Endodontie / Wurzelbehandlung

Der Schreck ist groß – eine Wurzelbehandlung ist angezeigt, Wurzelbehandlung ohne Schmerzen, Wurzelbehandlung mit Erfolg, Erhalt der eigenen Zähne, oft die letzte Rettung.

Die eigenen Zähne sind für ein funktionstüchtiges Gebiss immer noch die beste Lösung. Es gilt daher, den Zahn so lange zu erhalten, wie er erhaltungswürdig ist. Dies ist das Ziel einer zeitgemäßen Wurzelbehandlung. Da auf diesem Gebiet in den letzten Jahren einige Fortschritte erzielt worden sind, habe ich 2011 in einem Curriculum für Endodontie den Tätigkeitsschwerpunkt in Endodontie erworben.

Was ist eine Wurzelbehandlung?

Der Zahn besteht aus einer Zahnkrone und einer Zahnwurzel. Beides sind äußerst feste Substanzen. Im Inneren befindet sich der im Volksmund sog. Nerv. Dieses Weichgewebe ist im Fall einer notwendigen Wurzelbehandlung durch Karies, ein Trauma, eine Fraktur oder durch eine tiefe Zahnfleischtasche entzündet. Da eine Regeneration dieses Gewebes im Zahninneren nicht möglich ist, bleibt nur die Entfernung und der anschließende Verschluss. Diesen gesamten Prozess bezeichnen wir als Wurzelbehandlung. Ohne Behandlung könnte sich die Entzündung über die Wurzelspitze in den Knochen ausdehnen und dort zu Schmerzen, Schwellungen, Fistelbildungen oder Zysten führen. Die Wurzelbehandlung ist daher oft die einzige Möglichkeit, den Zahn vor der Entfernung zu retten. Nach einer erfolgreichen Wurzelbehandlung wird der Zahn versorgt.

Was sind die wesentlichen Bestandteile einer Wurzelbehandlung?

In einer eingehenden klinischen und röntgenologischen Untersuchung ist zunächst die Indikation zu stellen. Die Prognose und die Alternativen müssen mit dem Patienten besprochen werden.

Der Zahn wird von der Mundhöhle durch den sog. Kofferdam (medizinisches Tuch) isoliert, damit keine weitere Kontamination stattfinden kann und der Patient vor den Instrumenten und den Spüllösungen im Laufe der Behandlung geschützt wird. Der Eröffnung des Zahnes und Darstellung der Eingänge zu den Wurzelkanälen folgt die mechanische und chemische Aufbereitung (Reinigung). Dies sollte immer mit einer ausreichenden Vergrößerungshilfen (Lupenbrille, Mikroskop) und zusätzlichem Licht erfolgen, damit auch extrem kleine Kanaleingänge gefunden werden. Je nach Situation werden die Kanäle in der gleichen Sitzung gefüllt oder mit einem Medikament versorgt, um in einer weiteren Sitzung gefüllt zu werden. Ein bakteriendichter Verschluss muss direkt im Anschluss gelegt werden.

Auf Grund der hohen Ansprüche an die Hygiene ist es angebracht, im Rahmen der Wurzelbehandlung nur noch Instrumente zu verwenden, die für den einmaligen Gebrauch bestimmt sind.

Zum Abschluss einer Wurzelbehandlung ist eine Kontrolle des Erfolgs durch eine Röntgenaufnahme angezeigt. Die früher üblichen Röntgenaufnahmen im Laufe der Behandlung zur Bestimmung der Wurzellänge oder des Verlaus der Kanäle können heute weitgehend durch elektrische Längenmessgeräte ersetzt werden.

Die Wurzelbehandlung ist, wenn sie mit moderner Technik durchgeführt wird, eine sehr zuverlässige Behandlungsmethode. Die Erfolgsquoten liegen statistisch über 90%.